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04.09.2008

FCS "Alsterwasser" - Weltpremiere auf der Alster

Fahrgastschiff der ATG mit Brennstoffzellenantrieb getauft

 

Hamburg. Am 29 August wurde das weltweit erste kommerziell genutzte Fahrgastschiff mit Brennstoffzellenantrieb für den Liniendienst auf der Hamburger Alster in Betrieb genommen. Auf jeder der Rundfahrten werden bis zu 100 Personen an Bord den innerstädtischen See und seine Kanäle und Fleete genießen – und das ohne jede Schadstoffemission.

Das Zemship (Zero Emission Ship) ist ein Gemeinschaftsprojekt von neun
Partnern unter der Leitung der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt  der
Freien und Hansestadt  Hamburg. Das Projekt Zemships, das im November
2006 startete, hat ein Investitionsvolumen von knapp 5,5 Millionen Euro.
Die Europäische Union fördert das Projekt mit 2,4 Millionen Euro. Die restliche
Finanzierung in Höhe von 3,1 Millionen Euro tragen die beteiligten Partner.

Die Hamburger Senatorin für Umwelt und Stadtentwicklung, Anja Hajduk,
taufte den neuen  Alsterdampfer auf den Namen FCS "Alsterwasser". Die
Abkürzung FCS steht dabei für Fuel Cell Ship (Brennstoffzellenschiff). Wolfgang
Tiefensee, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, hielt
die Festansprache vor etwa 150 geladenen Gästen, die an der Taufzeremonie
und der anschließenden Jungfernfahrt auf der Hamburger Außenalster  teilnahmen.  Tiefensee: "Ich bin restlos begeistert. Das Projekt  hat Signalwirkung. Es ist ein
Meilenstein in der Entwicklung der Brennstoffzellentechnologie für die
Linienschifffahrt."

Die FCS "Alsterwasser", gebaut auf der Hamburger Spezialschiffbauwerft SSB 
Oortkaten, wird von der ATG Alster-Touristik GmbH betrieben, die auch für den
Entwurf des  Schiffskörpers  verantwortlich  ist.  Der  Geschäftsführer  der  ATG, 
Jens Wrage, der an seinem letzten Tag vor dem wohlverdienten Ruhestand
die Taufgäste begrüßen durfte, zeigte sich überzeugt, dass Hamburger und
Touristen gleichermaßen von dem neuen Schiff begeistert sein werden: "Es wird
ein besonderes Erlebnis, auf einem modernen Schiff vollkommen emissionsfrei 
auf unserer Alster zu fahren. Und die ATG hat wieder einen richtigen
Alsterdampfer,dessen Dampf nun allerdings ausschließlich reiner Wasser-
dampf sein wird."

Das Herzstück des Zemship, den innovativen Brennstoffzellen-Hybrid-
Antrieb, verantwortet die Proton Motor Fuel Cell GmbH. Felix Heidelberg,
CTO von Proton Motor: "Die FCS "Alsterwasser", die fast doppelt so 
effizient fährt wie ein herkömmliches Dieselschiff, ist ein Paradebeispiel für
Innovation, auf das wir stolz sind. Es zeigt, dass es schon heute möglich ist,
Zukunftstechnologie im Alltag einzusetzen."
 
Die notwendige Wasserstofftankstelle für das Brennstoffzellen-Fahrgastschiff 
wurde komplett von der Linde AG gebaut und geplant. Dr. Aldo Belloni,
Mitglied des Vorstandes der Linde AG: "Als Vorreiter der Wasserstofftechnologie
wollen wir eine umweltschonende, auf Wasserstoff basierte Mobilität in jedem
Bereich ermöglichen. Mit dieser weltweit einzigartigen Tankstelle zeigen wir, dass sich  Wasserstoff hervorragend als emissionsfreier Treibstoff für Personenschiffe eignet."

Der Germanische Lloyd (GL) ist für die Sicherheits- und Qualitätskontrolle
zuständig.  Dr.  Gerd  Würsig,  Brennstoffzellenexperte  beim Germanischen
Lloyd: "Die Brennstoffzellentechnologie ist auch bei einem Einsatz an Bord
eines Fahrgastsschiffes unproblematisch. Das Schiff wird nach GL-
Vorschriften gebaut.  Der  Fahrgast  wird  kaum  einen  Unterschied  zu  einem
herkömmlichen Schiff feststellen können – nur wird er überrascht sein, wie
leise es sein wird."

Günter   Elste, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hochbahn AG
(HOCHBAHN), auf deren Gelände am Anleger Hellbrookstraße im Barmbeker
Stichkanal die Wasserstofftankstelle stehen wird, kann auf eine mehrjährige
Erfahrung  mit  den  Brennstoffzellenbussen zurückblicken.  Er sieht in der
Brennstoffzellentechnologie enorme Chancen:  "Unsere  Erfahrungen  haben
die Alltagstauglichkeit der Brennstoffzellen im Bereich Stadtbusse bewiesen.
Aktuell haben wir zudem zwei Brennstoffzellen-Pkw für den Betriebsdienst
übernommen. Und mit der FCS "Alsterwasser" will die HOCHBAHN mit ih-
rem Tochterunternehmen ATG die Alltagstauglichkeit nun genauso überzeugend
für das Projekt Zemships erbringen. Nur so werden die Grundlagen für eine
ausreichende Nachfrageentwicklung geschaffen, die für eine wirtschaftliche An-
wendung solcher neuen Technologien unverzichtbar ist."

Schwerpunktmäßig wird die FCS "Alsterwasser" ab sofort für Kanal-, Rund-
und Charterfahrten auf der Hamburger Alster eingesetzt. Anfragen hierfür
können direkt an die ATG gerichtet werden Bei einer Länge von 25,5 Metern,
einer Breite von 5,2 Metern und einer Höhe von 2,63 Metern  über  Wasser verfügt
die  FCS  "Alsterwasser" über ein absenkbares Dach,  das  trotz der niedrigen
Brücken  in  der Hamburger Innenstadt  auch Fahrten von der Alster zur Elbe
erlaubt. Der Brennstoffzellenantrieb mit einer Leistung von 100 kW ermöglicht eine maximale Fahrgeschwindigkeit von 15 km/h. 

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