30.10.2008
Emissionsfrei über die Alster
Erste Zemships-Konferenz hat vergangene Woche in Hamburg stattgefunden
Erstmals wurden auf der Zemships-Konferenz, die im Rahmen der Messe H2Expo stattfand, erste Erfahrungsberichte aus Entwicklung und Betrieb des brennstoffzellenbetriebenen Fahrgastschiff präsentiert.
Rund 120 Teilnehmer aus 14 Nationen verfolgten auf der ersten Zemships-Konferenz die Vorträge der Entwickler und Anwender des Projekts Zemships. „Die rege Beteiligung zeigt das große Interesse am Thema Brennstoffzellen“, freut sich Heinrich Klingenberg, Geschäftsführer der HOCHBAHN-Tocher hySOLUTIONS und Leiter der Konferenz. „Hamburg ist die Wasserstoffhauptstadt in Deutschland. Dass das erste mit Brennstoffzellen angetriebene Fahrgastschiff der Welt im Liniendienst in Hamburg getestet wird, beweist, dass wir auch weltweit zu den führenden Standorten für diese Technologie gehören.“
Zemships steht für „zero emission ships“. Gegenstand des Projektes ist die Entwicklung und der Betrieb eines brennstoffzellenbetriebenen Fahrgastschiffes und der dazugehörigen Wasserstofftankstelle. Insgesamt neun Partner sind an dem Projekt beteiligt. Seit August werden die FCS „Alsterwasser“ und die eigens eingerichtete Wasserstoff-Tankstelle im Betrieb gestestet. „Unsere bisherigen Erfahrungen übertreffen unsere Erwartungen. Die FCS „Alsterwasser“ wird nicht nur von unseren Fahrgästen und unseren Schiffsführern begeistert aufgenommen, bisher gab es auch keine größeren technischen Schwierigkeiten“, so Gabriele Müller-Remer, Geschäftsführerin der ATG Alster-Touristik GmbH. Die ATG, ebenfalls ein Tochterunternehmen der HOCHBAHN, bietet seit 1977 Schiffsfahrten auf der Alster und ihren Kanälen und auf der Elbe an. Über 450.000 Fahrgäste nutzen jährlich zwischen April und Oktober dieses attraktive Angebote der ATG.
Der Schutz des sensiblen Binnengewässers „Alster“ gehört zur Firmenphilosophie der ATG. Die FCS „Alsterwasser“ ist neben dem Solarschiff „Alstersonne“ das zweite umweltfreundliche Schiff, das die ATG in Betrieb genommen hat. Die Einsparung an Emissionen ist beträchtlich: rund 1.000 kg Stickstoffoxid, 220 kg Schwefeloxid, 40 kg Partikel und über 70.000 kg CO2 vermeidet das Zemship pro Jahr. „Ab Anfang des kommenden Jahres werden wir die FCS „Alsterwasser“ vollständig in unser Programm integrieren können und so die Alster weiter entlasten. Sicherlich wird die FCS „Alsterwasser“ kein Prototyp bleiben“, prognostiziert Müller-Remer auf der Zemships-Konferenz.
