20.04.2010
Hamburg. 14.000 Passagiere haben in den letzten knapp zwei Jahren eine Alsterrundfahrt mit der „FCS Alsterwasser“, dem ersten brennstoffzellengetriebenen Fahrgastschiff unternommen. Sie haben den innerstädtischen See und seine Fleeten und Kanäle genossen – und das ohne jegliche Schadstoffemission. Das Zemship (Zero Emssion Ship) ist ein Gemeinschaftsprojekt von acht Partnern unter der Leitung der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt. Auf der heutigen Abschlusskonferenz in Hamburg wird Bilanz gezogen und das Projekt aus Sicht der Partner bewertet. Die Projektpartner äußerten ihr großes Interesse, das Projekt weiterzuführen. Aktuell laufen Gespräche über die Fortführung und die finanzielle Förderung.
Christian Maaß, Staatsrat für Umwelt: „Hamburg zeigt mit der „FCS Alsterwasser“ seine führende Position beim Umwelt- und Klimaschutz. Mit der Erforschung der Brennstoffzellentechnologie leisten wir als Umwelthauptstadt einen Beitrag für einen wirksamen Umweltschutz und zur Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft.“
Acht Partnerunternehmen aus Deutschland und Prag haben die „FCS Alsterwasser“ gemeinsam entwickelt, gebaut und betrieben. Seit der Taufe im August 2008 hat sie 430 Touren über die Alster gemacht und dabei rund 2.500 Kilometer emissionsfrei zurückgelegt. Gabriele Müller-Remer, Geschäftsführerin der ATG, die das Schiff betreibt: „Für die ATG stellt sich die zweijährige Praxisphase als voller Erfolg dar. Diese Technologie hat Zukunft. Das Projekt hat auch ein Interesse für Folgeaktivitäten geweckt.“
Günter Elste, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN), wies auf die breiten Anwendungsbereiche der Brennstoffzellentechnologien in Hamburg hin: „Das Zemship bestätigt die Alltagstauglichkeit der Brennstoffzellen. Auch im Busbereich wird die HOCHBAHN diesen umweltschonenden und zukunftsweisenden Weg weiter gehen. Noch in diesem Jahr kommen die ersten von insgesamt zehn Brennstoffzellenhybridbussen nach Hamburg.“
Das Herzstücke des Zemship, den innovativen Brennstoffzellenhybridantriebs, verantwortet die Proton Motor Fuell Cell GmbH. Thomas Melzcer, Geschäftsführer von Proton Motor: „Proton Motor und die Projektpartner haben mit dem Zemship den Nachweis erbracht, dass unsere Brennstoffzellentechnologie reif für den Markteinsatz im Bereich maritimer Antriebe ist. Wir sind sehr stolz und hoffen nun auf weitere Einsatzmöglichkeiten.“
Die Wasserstofftankstelle für das Zemship auf dem Gelände der HOCHBAHN in Barmbek wurde komplett von der Linde AG geplant, gebaut und betreut. Markus Bachmeier, Leiter Hydrogen Solutions Linde AG: „Als führendes Gasunternehmen und Vorreiter der Wasserstofftechnologie freuen wir uns, das Zemship-Projekt mit unserem Know-how und unserer Technologie unterstützt zu haben. Besonders in diesem neuen Feld maritimer Wasserstoffanwendungen ist Zemship ein wegweisendes Projekt, das zur Weiterentwicklung der Infrastruktur und der Betankungstechnologie beigetragen hat.“
Der Germanische Lloyd (GL) ist im Projekt für die Sicherheits- und Qualitätskontrolle zuständig. Dr. Pierre Sames, Senior Vice President Strategic Research and Development bei GL: „Dieses Projekt ist ein wichtiger Meilenstein in der Nutzung von Brennstoffzellensystemen in der Schifffahrt, gleichzeitig dient es als ein Ausgangspunkt für die Umsetzung von „grünen“, umweltfreundlichen Antrieben für die Schifffahrt. Größere Anlagen mit Brennstoffzellenantrieb sind weiterhin eine spannende Herausforderung für die Zukunft. Zemship beweist aber schon heute eindrucksvoll, dass Brennstoffzellensystemen an Bord eines Schiffes erfolgreich eingesetzt werden können.“
Bei der Auswertung und der Unterstützung bei den Steuerungssystemen spielt das Nuclear Research Institute (NRI) in Prag eine wichtige Rolle. Petr Dlouhy, Projektleiter am NRI: „Die Arbeit in einem kleinen konzentrierten Team war eine wunderbare Erfahrung. Motiviert durch das Ziel, das Brennstoffzellenfahrgastschiff „FCS Alsterwasser“ im Rahmen des Projektes fertig zu stellen und die ambitionierten Erprobungsziele zu erreichen, haben alle Projektpartner an einem Strang gezogen. Ich würde mich freuen, wenn ein vergleichbares Projekt in meiner Heimatstadt Prag initiiert würde.“
Die wissenschaftliche Begleitung verantwortet die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW). Alexander von Stryk, HAW-Projektleiter: „„Die Untersuchung des neuen Brennstoffzellenhybridsystems war für uns eine wunderbare Gelegenheit, junge interessierte Studenten in die neue Technologie einzuführen und ein fundiertes Verständnis für die Funktionsweisen und die wechselseitigen Beziehungen der einzelnen Komponenten des komplexen Antriebsstrangs des Fahrgastschiffes „FCS Alsterwasser“ zu schaffen.“