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04.12.2007

Emissionsfrei über die Alster

Kiellegung des ersten Brennstoffzellen-Fahrgastschiffes

 

Im Sommer 2008 wird Hamburg auf der Alster eine Weltpremiere feiern können. Erstmals wird ein brennstoffzellengetriebenes Fahrgastschiff seinen Fahrdienst aufnehmen.

Der neue Alsterdampfer wird dann auf jeder seiner Touren bis zu 100 Fahrgäste vollständig emissionsfrei befördern. Unter der Federführung der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt der Freien und Hansestadt Hamburg haben sich neun Partner zusammengefunden, die ihr spezifisches Know-how in das von der Europäischen Union geförderte Projekt einbringen.

Anlässlich der heutigen Kiellegung betonte der Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Axel Gedaschko, die Bedeutung des Projektes für die Hansestadt Hamburg: "Dieses Projekt wird zeigen, dass ein innovativer Umwelt- und Ressourcenschutz attraktiv und machbar ist. Neun Partner bringen ihr spezifisches Know-how ein, um deutlich zu machen: Hamburg ist der Vorreiter in Sachen Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Das, was die Brennstoffzellenbusse der Hamburger Hochbahn AG täglich im Straßenverkehr beweisen, wird jetzt an noch prominenterer Stelle im Stadtbild deutlich."

Gebaut wird der Alsterdampfer auf der Werft SSB Oortkaten in Hamburg. Betrieben wird das Schiff ab Sommer 2008 von der ATG Alster-Touristik GmbH, die im Rahmen des Projektes auch für den Entwurf des Schiffskörpers verantwortlich ist. Der Geschäftsführer der ATG, Jens Wrage, ist überzeugt, dass Hamburger und Touristen gleichermaßen begeistert sein werden: "Es wird ein besonderes Erlebnis, auf einem modernen Schiff vollkommen emissionsfrei auf unserer Alster, durch die Kanäle und Fleete zu fahren. Und die ATG hat wieder einen richtigen Alsterdampfer, dessen Dampf nun allerdings ausschließlich reiner Wasserdampf sein wird."

Der Germanische Lloyd (GL) ist für die Sicherheits- und Qualitätskontrolle zuständig. Dr. Gerd Würsig, Brennstoffzellenexperte beim Germanischen Lloyd: "Die Brennstoffzellentechnologie ist auch bei einem Einsatz an Bord eines Fahrgastsschiffes unproblematisch. Das Schiff wird nach GL-Vorschriften gebaut. Der Fahrgast wird kaum einen Unterschied zu einem herkömmlichen Schiff feststellen können - nur wird er überrascht sein, wie leise es sein wird."

Das Herzstück des Zemship, den innovativen Brennstoffzellen-Hybrid-Antrieb, verantwortet die Proton Motor Fuel Cell GmbH. Der Projektleiter Anno Mertens freut sich auf das Projekt: "Wir bauen hier ein Schiff, das nicht nur völlig emissionsfrei, sondern auch noch fast doppelt so effizient wie herkömmliche Dieselschiffe läuft. Für uns ist dieses Projekt eine phantastische Chance, als Vorreiter einen neuen, aussichtsreichen Markt zu erschließen - und damit auch neue Arbeitsplätze zu schaffen."

Günter Elste, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN), auf deren Gelände die von der Linde AG errichtete Wasserstofftankstelle stehen wird und die auf mehrjährige Erfahrung mit den Brennstoffzellenbussen zurückblicken kann, sieht in der Brennstoffzellentechnologie enorme Chancen: "Unsere Erfahrungen haben die Alltagstauglichkeit der Brennstoffzellen im Bereich Stadtbusse bewiesen. Diesen Beweis will die HOCHBAHN mit ihrem Tochterunternehmen ATG nun genauso über-zeugend für Zemships erbringen. Nur so werden die Grundlagen für eine ausreichende Nachfrageentwicklung geschaffen, die für eine wirtschaftliche Anwendung solcher neuen Technologien unverzichtbar ist."

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